4/7 Wir informieren über Tabuthemen aus unserem Berufsalltag.

Die Geschichte des Sarges 4/7


Heute widmen wir uns der Beschaffenheit von Erdbestattungs- und Kremationssärgen. Särge werden heute von Schreinern oder eigens darauf spezialisierten Firmen hergestellt. Der Sarg soll so gebaut sein, dass er dem Erddruck mindestens so lange standhält, bis das Grab fertig gedeckt ist. Gleichzeitig soll das Material und die Stärke so beschaffen sein, dass er innert 20 Jahren möglichst vollständig verrottet. Dies kann je nach Bodenbeschaffenheit, Feuchtigkeit und Lehmanteil von Ort zu Ort unterschiedlich sein. Heutige Särge werden aus unterschiedlichen Materialien gefertigt, immer häufiger verwendet man Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft und Materialien wie Weissleime und Folien, welche keine Schadstoffe abspalten, gehören zum Standard. Wir empfehlen für Erdbestattungen natürlich möglichst wenig bis gar keine langabbauender Materialien zu verwenden und beraten unsere Kunden entsprechend.

Die Betriebsleitung eines Krematoriums definieren die Zulassung und Bestimmungen für Kremationssärge - eine einheitliche eidgenössische Vorschrift gibt es bis anhin nicht.

Ein Verbrennungsofen startet mit einer Mindesttemperatur von 700° C und erreicht eine durchschnittliche Betriebstemperatur von 800°-1000° C. Dadurch werden Schadstoffe, die bei der Verbrennung entstehen (aus Holz, Holzspänen und menschlichem Körper) kontrollierbar und werden durch die hohen Temperaturen weitgehend eliminiert. Anorganische Materialien (zB Glas, Zink) sollten am Sarg möglichst vermieden werden, da sie Schäden am Ofen verursachen können. Deshalb gibt es spezielle Kremationssärge.

Spezielle, schwerbrennbare oder wasserlösliche Lacke sind ähnlich schwer entflammbar wie Hartholz, Eiche oder Ulme - darum werden auch solche Lacke nicht von jedem Krematorium akzeptiert. Das Problem besteht darin, dass beim Einschieben des Sarges die ganze lackierte Oberfläche zu schnell verbrennt, dadurch kann ein kurzfristiger Sauerstoffmangel im Brennraum entstehen und dies kann zu einer kurzfristigen Rauchbildung oder gar Geruchsemission führen.


Hätten Sie‘s gewusst?


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